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Kunst

Franziska Stünkel: Zurück aus Afrika!


Haus der TUI AG, Hannover, Mi, 08.02., 09-16 Uhr

Wertung

So war’s

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"Bist Du nicht müde", sang Bela B. im Abspann von Franziska Stünkels Kinofilm "Vineta". Nein, müde ist die 38-Jährige ganz und gar nicht. Aktuell arbeitet sie an dem Drehbuch zu einem neuen Kinofilm und ist Regisseurin des 18-stündigen Dokumentarfilms "Der Tag der Norddeutschen", Die Geschichtensammlerin 85 Die meisten von uns kennen "Woyzeck" aus der Schule. Büchners Geschichte vom einfachen Soldaten, der - gequält und gedemütigt - zum Mörder an seiner Geliebten wird, war Pflichtlektüre. Als Robert Wilson den Stoff im Jahr 2000 neu auflegte, reagierten Kritiker wie Publikum mit Begeisterung! Der Rockpoet Tom Waits schrieb zusammen mit seiner Frau Songs zu dem Stück, und diese gaben dem Ganzen eine düster gefühlvolle Note. Dass die Neufassung lange Zeit für andere Regisseure gesperrt war, heizte den Hype zusätzlich an. Jetzt kommt der neue "Woyzeck" endlich nach Hannover, und das in der Regie von Heike Marianne Götze. "Ausgerechnet!", werden jetzt viele sagen. Um genau zu sein, die 50 Prozent des Publikums, die bei Götzes Inszenierungen den Kopf schütteln oder vorzeitig den Saal verlassen. Skandal wäre zu viel gesagt (wir sind ja in Hannover), aber Heike Marianne Götze ist immer gut für eine kleine Welle der Entrüstung im eher ruhigen Gewässer der hannoverschen Kultur. Liegt es daran, dass die Regisseurin gerne aus dem Vollen schöpft, wenn es um Theaterblut, Wasser oder andere Flüssigkeiten geht? Oder daran, dass sie mehr sich selbst als den jeweiligen Autor inszeniert? Wir sind gespannt, was wir am 18. Februar zu sehen bekommen, wenn mit Büchner, Wilson, Waits und Götze gleich vier eigensinnige Künstler vertreten sind. Sicher ist: Am Ende wird's mörderisch und vielleicht auch sehr blutig. Dazu erklingt der Sound von Waits' "Misery's the River of the World" - schaurig schön. >> Woyzeck, Schauspielhaus, Premiere: 18.2., 19.30 Uhr, schauspielhannover. de Splatter mit Musik der am 10. November im NDR gezeigt wird. Doch damit nicht genug: Seit zwei Jahren reist Franziska Stünkel für ihr Fotoprojekt "Seven Billion Stories" durch die ganze Welt. "Mehr als sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde. Jeden umgibt eine eigene, unverwechselbare Geschichte, die sich zu erzählen lohnt." Zuletzt war die Künstlerin in Kapstadt. Durch Schaufensterscheiben fotografierte sie die Bewohner der turbulenten Metropole in ihrem alltäglichen Leben. Entstanden sind großformatige Momentaufnahmen, die verwirrend und spannend zugleich sind. Der Blick auf das Leben durch ein Kaleidoskop: bunt, aufregend und vielfältig.

 
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