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Zusammen ist man weniger allein


Im Trübsalblasen einsame Spitze

Zugegeben, die Binsenweisheit im Titel klingt abschreckend. Schwamm drüber! Die Verfilmung von Anna Gavaldas Bestseller über vier einsame Herzen, die sich in einer elegant verwarzten Pariser Altbauwohnung zusammentun, um, ähem, weniger allein zu sein, stimmt lebensfroh. Im Ernst!
Wunderbar unaufdringlich erzählt Regisseur Claude Berri von Menschen, die wertvolle Zeit damit vergeuden, Trübsal zu blasen. Als da wären: die viel zu dünne Camille (Audrey Tautou), die toll zeichnen kann, aber mangels Selbstbewusstsein Büros putzt. Der gestresste Koch Franck (Guillaume Canet), der sich an seinem einzigen freien Tag um seine kranke Oma (Françoise Bertin) kümmern muss und deshalb Frust schiebt. Sowie der stotternde Adelsspross Philibert (Laurent Stocker), der von der Schauspielerei träumt und in einem Posterladen arbeitet. Berri ist keiner dieser Regisseure, die unbequem sein wollen. Mit sanftem Humor zeigt er, wie es seinen Helden dank ihrer Freundschaft zueinander gelingt, der Isolation zu entkommen - denn er möchte seine Zuschauer beflügelt nach Hause schicken. Da verzeiht man ihm sogar das dick aufgetragene Happy End.

Karl-Heinz Schäfer


F 2007, OT: "Ensemble, c'est tout", Regie: Claude Berri. Mit Audrey Tautou, Guillaume Canet, Laurent Stocker, Françoise Bertin u. a., 97 Min.
Fazit: Herzlich, komisch und charmant französisch: die Geschichte einer Vierer-WG in Paris.

© Karl-Heinz Schäfer
 
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