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Mockumentary / USA 2009

Brüno


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Österreichs blonder Engel
Vor knapp drei Jahren entlarvte Sacha Baron Cohen als chauvinistischer und antisemitischer Fernsehreporter Borat aus Kasachstan die fadenscheinige Doppelmoral unserer Gesellschaft. Nun kommt Cohen als schwuler Modereporter Brüno daher, der um jeden Preis berühmt werden will - und alles wird noch abgedrehter, noch provokanter und ... noch nackter. Statt geschickt geführter Interviews, in denen Cohen als Borat durch dessen eigene Intoleranz die Vorurteile seines Gegenübers offenbarte, steht bei Brüno vor allem abgedrehte und explizite Action im Vordergrund. So bekommt man als Zuschauer etwa einen Einblick in die bizarren Sexpraktiken des fiktiven Österreichers, darf sein entblößtes, zur Techno-Musik schwingendes Glied in Nahaufnahme bewundern oder wird Zeuge, wie er eine Swinger-Party besucht. Auf seinem Weg zum angestrebten Weltruhm zieht Brüno im Film alle Register, scheut kein Tabu und lässt die homoerotischen Momente nur so sprudeln. Jedoch finden sich in der herrlich aufgekratzten Mockumentary (fiktionaler Dokumentarfilm) auch gefühlvolle, gar tragische Augenblicke wieder - etwa wenn Brüno gleich am Anfang aus der schillernden Modewelt verbannt wird, oder aber in der Beziehung zu seinem Assistenten Lutz. Mit dem unterhält sich Brüno übrigens ausnahmslos in einem teilweise wunderbar fehlerhaften Deutsch - die Original-Fassung des Films ist somit Pflicht. Letztlich schafft es Cohen als Brüno zwar nicht, das chaotische Treiben von Borat zu toppen, dürfte aber die Fans der "Funkyzeit mit Brüno" (eine Rubrik der legendären "Ali G Show") durchaus zufrieden stellen. Zarte Gemüter, homophobe Zeitgenossen und glaubensfeste Christen sollten hingegen den Kinosaal besser nicht betreten. André Depcke

>> Wer ist Brüno? Finden Sie es heraus: Die zehn Gesichter des extravaganten Österreichers.

>> Brüno - Das Quiz: Wie gut kennen Sie den extravaganten Modereporter?


Start: 09.07.2009, OT: Brüno, Regie: Dan Mazer, Darsteller: Sacha Baron Cohen, Alice Evans, Candice Cunningham u.a., 82 Min.
Fazit: Weniger Sozialkritik als in "Borat". Dafür punktet "Brüno" mit herrlich abgedrehter Action und wunderbar überspitzten Schwulen-Klischees.
 
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